Die Oberfinanzdirektion Münster von der Hauptstraße, dem Albersloher Weg aus gesehen (Foto: Espendiller und Gnegel)

Klassisches Mauerwerk und Klinkerfertigteile: Neubau der Oberfinanzdirektion (OFD) Münster

An einer der Hauptzufahrtstraßen zur Münsteraner Innenstadt liegt das neue Gebäude der Oberfinanzdirektion (OFD) Münster. Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde das Gebäude im August 2016 übergeben.

Planung: Arbeitsgemeinschaft „Patriarche & Co. und Schuster Architekten“, Paris/Düsseldorf

Über 135 Meter zieht sich die Hauptachse des Neubaus am Albersloher Weg. Zur rückwärtigen Seite gehen fünf weitere Gebäudeteile wie Kammzinken ab. Hier haben rund 500 Mitarbeiter der OFD ihre Einzel- oder Doppelbüros. Im straßenseitigen, langen Riegel sind Besprechungsräume, sanitäre Anlagen und die Technik untergebracht.

Durch die schräg gestellten Fassadenelemente soll eine optimale Belichtung der Mitarbeiterbüros und Konferenzräume gewährleistet werden (Foto: Espendiller und Gnegel)
Durch die schräg gestellten Fassadenelemente soll eine optimale Belichtung der Mitarbeiterbüros und Konferenzräume gewährleistet werden (Foto: Espendiller und Gnegel)

Bei der Fassadengestaltung kam für die Bauherren sowie die Architekten ausschließlich Klinker in Frage. Die Backsteinkultur der Region stelle einen besonderen Bezug zu den Menschen und der Umgebung her, so Architekt Schuster, sie passe aber auch ganz besonders zum Nutzer: „Von einer Finanzverwaltung erwarten wir Seriosität, Verlässlichkeit, Kontinuität und Vertrauen – alles Eigenschaften, die man auch auf das Material übertragen kann.“

Die Finanzbeamten, die bei der OFD arbeiten, sind ein paar Kilometer weiter in der Finanzfachschule des Landes im Barockschloss Nordkirchen ausgebildet worden. Die Erinnerung an die Ziegelarchitektur dieses historischen Ortes wird an der OFD gekonnt aufgegriffen und zeitgemäß interpretiert.

Aufgelockerte Klinker-Fassade durch rhythmisierte Module

Während beim Barockschloss in Nordkirchen verspielte Elemente der Epoche vorherrschen, ist die Fassade der OFD zurückhaltend entworfen. Trotzdem bietet die Gebäudehaut durch rhythmisierte Lisenen-Module ein lebendiges Wechselbild. Diese Abschnitte wurden im Gegensatz zu den flächigen Fassadenpartien nicht als konventionelles Mauerwerk erstellt, sondern als Klinkerfertigteile realisiert, was im Hinblick auf die gestalterische Umsetzung, die Baustellen-Logistik und die Bauzeiten vorteilhaft war.

Projektdaten

Architektur: Arbeitsgemeinschaft “Patriarche & Co. und Schuster Architekten” (Paris / Düsseldorf)
Auftraggeber: Bau- und Liegenschaftsamt NRW
Klinker: Objektsortierung OFD (240 x 115 x 52 mm)
Gemauerte Fassadenfläche: 8.650 m²

Interessantes Thema? Teilen Sie diesen Beitrag mit Freunden und Kollegen:

Das interessiert Sie vielleicht auch:

Zur Übersicht »

Dieser Beitrag wurde abgelegt unter: , , ,

11.12.2016

Veröffentlicht von Dipl.-Ing. Eric Sturm. Haben Sie auch eine interessante Meldung für architekturmeldungen.de? Kontaktieren Sie mich über das Kontaktformular, per E-Mail, via Facebook, Twitter, Google+ oder XING!