Infraleichtbeton zum Anfassen: Sebastian Scheel – Staatssekretär für Wohnen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin, Bernhard Popp – Gruber + Popp Architekten BDA, Michael Grunst – Bezirksbürgermeister von Berlin Lichtenberg (Foto: Fred Wagner)

Jugendfreizeiteinrichung „Betonoase“ in Berlin-Friedrichsfelde: Baubeginn für Infraleichtbeton-Gebäude

Das Berliner Planungsbüro Gruber + Popp Architekten, bekannt für die Entwicklung nachhaltiger Gebäudekonzepte und Experten für Schulbauten, feierte am 11. Mai 2017 den Baubeginn für ein außergewöhnliches Projekt, den Neubau der Jugendfreizeiteinrichtung „Betonoase“ in Berlin-Friedrichsfelde.

3D-Visualisierung der Jugendfreizeiteinrichtung „Betonoase“ in Berlin-Friedrichsfelde. Geplante Fertigstellung: Juli 2018 (Grafik: Gruber + Popp Architekten)

Hohe Dämmwerte und thermische Speichermasse durch Infraleichtbeton

Die Außenwände des Gebäudes werden monolithisch als einschalige Betonkonstruktion aus dem innovativen Baustoff Infraleichtbeton vor Ort gegossen. Infraleichtbeton besteht hauptsächlich aus Tonkügelchen, wie man sie aus dem Hydrokultur-Blumentopf kennt, einem kleinen Anteil an Leichtsanden und Zement. Aufgrund der guten Dämmeigenschaften wird bei etwa 50 Zentimeter Wandstärke der Passivhausstandard erreicht. Darüber hinaus ist keine weitere Dämmung notwendig.

Als mineralischer Baustoff kann Infraleichtbeton zurückgebaut und vollständig wiederverwendet werden. Ein weiterer Vorteil: Durch das homogene Volumen entsteht zusätzliche Speichermasse, die einer Überhitzung des Gebäudes im Sommer und einer Nachtauskühlung im Winter auf einfache Art entgegenwirkt.

Zusammenarbeit mit Prof. Mike Schlaich von der TU Berlin

Noch steht die bauaufsichtliche Zulassung des neuen Beton-Baustoffes aus. Deshalb gingen die Planer den Weg über die Zustimmung im Einzelfall (ZiE). Die entsprechenden Versuche wurden unter der Leitung von Dr.-Ing. Alex Hückler an der TU Berlin durchgeführt, am Lehrstuhl von Prof. Mike Schlaich, der Infraleichtbeton zur Baureife entwickelt hat. Jetzt haben Gruber + Popp Architekten den Baustoff zusammen mit dem Büro schlaich bergermann und partner zur offiziellen Baureife entwickelt, das heißt eine Zulassung im Einzelfall beantragt und auf Grund der durchweg positiven Prüfergebnisse auch erhalten.

Der Spatenstich am 11. Mai 2017 mit Rainer Zeddies – Leiter der Verwaltung des Jugendamtens Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, Sebastian Scheel – Staatssekretär für Wohnen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin, Katrin Framke – Bezirksstadträtin der Abteilung Familie, Jugend, Gesundheit und Bürgerdienste, Michael Grunst – Bezirksbürgermeister von Berlin Lichtenberg, Bernhard Popp – Gruber + Popp Architekten BDA, Dietlind Tessin – Leiterin des Fachbereichs Baumanagement Bezirksamt Lichtenberg von Berlin
(Foto: Fred Wagner)

Ein neuer Rückzugsort für Kinder und Jugendliche aus dem Kiez

Die Jugendfreizeiteinrichung „Betonoase“ inklusive eines Familienzentrums  bietet auf 260 Quadratmetern für rund 100 Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren ein vielfältiges Freizeitangebot. Um eine besondere gestalterische Qualität zu erreichen, initiierte das Bezirksamt Lichtenberg ein Gutachterverfahren. Eine unabhängige Jury wählte den Entwurf des Architekturbüros Gruber + Popp Architekten zur Realisierung aus. Der zweiteilige, langgestreckte Flachbau wird eine helle und freundliche Fassade mit großen Fenstern erhalten. Im Innenbereich unterstützen Einbauwände, breite Sitzbänke in den Fenstern sowie Türen und Parkett aus Holz die freundliche und warme Atmosphäre.

Für den Architekten Bernhard Popp sind bei diesem Projekt zwei Dinge besonders wichtig: „Zum einen schaffen wir einen Rückzugsort und Schutzraum für Kinder und Jugendliche in einer von Hochhäusern dominierten Umgebung. Zum anderen verwenden wir hier hochdämmenden Beton und können vollständig auf Dämmstoffe verzichten“. Die Fertigstellung der Jugendfreizeiteinrichung „Betonoase“ ist für Juli 2018 geplant.

Zum Spatenstich am 11. Mai 2017 kamen u. a. Michael Grunst – Bezirksbürgermeister von Berlin Lichtenberg, Sebastian Scheel – Staatssekretär für Wohnen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin, Katrin Framke – Bezirksstadträtin der Abteilung Familie, Jugend, Gesundheit und Bürgerdienste, Dietlind Tessin – Leiterin des Fachbereichs Baumanagement Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, Rainer Zeddies – Leiter der Verwaltung des Jugendamtens Bezirksamt Lichtenberg von Berlin und Gruber + Popp Architekten.

Infraleichtbeton zum Anfassen: Sebastian Scheel – Staatssekretär für Wohnen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin, Bernhard Popp – Gruber + Popp Architekten BDA, Michael Grunst – Bezirksbürgermeister von Berlin Lichtenberg (Foto: Fred Wagner)
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14.05.2017

Veröffentlicht von Eric Sturm. Haben Sie auch eine interessante Meldung für architekturmeldungen.de? Kontaktieren Sie mich über das Kontaktformular, per E-Mail, via Facebook, Twitter, Google+ oder XING!

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