Bundeswettbewerb HolzbauPlus 2025/26
Wie in eine Dünenlandschaft eingebettet: Blick auf die neue Hamburger Staatsoper in der Hafencity (Entwurf: BIG, Rendering: Yanis Amasri)

BIG gewinnt internationalen Wettbewerb für die neue Hamburger Staatsoper

Die Bjarke Ingels Group (BIG) wird neue Haus der Hamburger Staatsoper entwerfen. Das Projekt entsteht auf der Baakenhöft-Halbinsel in der HafenCity und wird sowohl die Staatsoper als auch das Hamburg Ballett beherbergen.

Ziel ist es, der Stadt moderne Produktions- und Aufführungsstätten auf höchstem technischem und akustischem Niveau zu bieten und zugleich neue öffentliche Räume entlang des Wassers zu schaffen.

Standort und städtebaulicher Kontext in der Hafencity

Das neue Opernhaus ersetzt das Gebäude aus den 1950er Jahren an der Dammtorstraße und umfasst eine Fläche von 45.000 m².

Es fügt sich in die sich wandelnde Hafencity ein, eine Stadtlandschaft, die Kultur und Hafenleben seit jeher eng miteinander verbindet – von der Speicherstadt bis zur Elbphilharmonie. Das Opernhaus wird als Teil dieses Dialogs zwischen bürgerlicher Architektur und Wasserlinie verstanden.

Architektonisches Konzept: Ein öffentliches Haus

Das Gebäude ist als öffentliches Haus in einem Park konzipiert und entfaltet sich als eine Abfolge terrassierter Landschaften, die vom Wasser aus aufsteigen. Das Dach bildet eine durchgehende kreisförmige Form, die sich zum Hafen hin öffnet.

Diese modellierte Topografie ermöglicht Wege über das Gebäude hinweg, die vom Kai zu erhöhten Gärten führen und so neue Treffpunkte und Verbindungen zwischen Stadt und Fluss schaffen.

Ansicht der zukünftigen Hamburger Staatsoper vom Wasser aus (Entwurf: BIG Architects, Rendering: Yanis Amasri)
Ansicht der zukünftigen Hamburger Staatsoper vom Wasser aus (Entwurf: BIG, Rendering: Yanis Amasri)

Der Zugang zur Oper ist von mehreren Seiten möglich – zu Fuß, mit Taxi oder Bus – über den Park, den Pier oder die „Opernstraße“ an der Baakenhafenbrücke. Die Steinpflasterungen des Parks setzen sich im Foyer fort, das als urbanes Wohnzimmer fungiert.

Zwei zentrale Holztreppen führen durch das Gebäude, und alle Hauptgeschosse verfügen über direkte Zugänge zu Außenterrassen, die als Ankunftsbereiche, Veranstaltungsorte und Begegnungszonen für Künstler:innen, Gäste und Besucher:innen dienen.

Innenraum und Akustik: Der Saal als Herzstück des Opernhauses

Im Zentrum des Gebäudes befindet sich der große Saal mit sanft geschwungenen Balkonen. Horizontale Holzlamellen umhüllen den Innenraum und sorgen für eine gleichmäßige Schallverteilung.

Der Saal ist das Herzstück des Projekts und bietet modernste Akustik sowie perfekte Sichtlinien zur Bühne. Die konzentrischen Holzringe schaffen eine immersive Atmosphäre, die die Grenzen zwischen Publikum und Künstler:innen auflöst.

Der Innenraum des neuen Opernhauses an der Elbe (Entwurf: BIG Architects, Rendering: Yanis Amasri)
Der Innenraum des neuen Opernhauses an der Elbe (Entwurf: BIG, Rendering: Yanis Amasri)

Hinter dem großen Saal sind ein kleinerer Studiobühnenbereich, Proberäume und Backstage-Bereiche angeordnet, die eine direkte Verbindung zur Bühne ermöglichen. Dies gewährleistet einen fließenden Übergang zwischen Proben und Aufführungen sowie einen effizienten Ablauf im Gebäude.

Keine „Rückseite“: Offenheit und Integration in die Umgebung

Das neue Opernhaus lädt die Öffentlichkeit ein, Stadt, Hafen und Oper aus neuen Perspektiven zu erleben. Besucher:innen können entlang der Fassaden spazieren und Einblicke in Foyer, Proberäume, Backstage-Bereiche und Büros gewinnen.

Das Gebäude besitzt keine „Rückseite“ und ist mit seinen Innenebenen in die dreidimensionale Landschaft eingebunden, wodurch es sich auf allen Seiten offen zur Umgebung hin präsentiert.

Wasser, Freiraumgestaltung und Nachhaltigkeit

Der von BIG Landscape gestaltete umgebende Park ist von der Bewegung des Wassers geprägt und dient dem Schutz vor Sturmfluten. Er besteht aus abfallenden Terrassen, begrünten Dünen und Feuchtgebieten, die den Wasserabfluss verlangsamen und aufnehmen.

Wie in eine Dünenlandschaft eingebettet: Blick auf die neue Hamburger Staatsoper in der Hafencity (Entwurf: BIG Architects, Rendering: Yanis Amasri)
Wie in eine Dünenlandschaft eingebettet: Blick auf die neue Hamburger Staatsoper in der Hafencity (Entwurf: BIG, Rendering: Yanis Amasri)

Regenwasser wird in Becken gesammelt und bietet Lebensraum für Amphibien, Wasserpflanzen und lokale Tierarten. Die Kombination aus Gezeitenzonen, widerstandsfähiger Vegetation und durchlässigen Oberflächen fördert die Biodiversität und schafft eine lebendige Landschaft, die sich an die wechselnden Rhythmen der Elbe anpasst.

Projektdaten: Neubau der Hamburger Staatsoper

Projektinformationen:
Name: Hamburger Staatsoper
Größe: 45.000 m²
Ort: Hamburg, Deutschland
Auftraggeber: Kühne Stiftung; Freie und Hansestadt Hamburg (vertreten durch das Ministerium für Kultur und Medien); Hamburgische Staatsoper GmbH
Kooperationspartner: Theatre Projects; Bollinger + Grohmann; Transsolar; K+H; Duschl; Yanis Amasri

Projektteam:
Partner-in-Charge: Bjarke Ingels; Jakob Sand; David Zahle
Designleitung: Sarkis Sarkisyan; Michael Leef
Team: Mariia Nakonechnaia; Carlos Ramos Tenorio; David Benjamin Wilden; Jianuo Xuan; Jacob Engelbrecht Ødum; Celia de la Osa Muñoz; Gilana Antonova; Giovanni Vergantini; Mathis Paul Gebauer; Hou Ming Ng; Martino Hutz; Veronica Hamilton
BIG Landscape: Giulia Frittoli; Ulla Hornsyld; Gaspard Del Marmol; Lucia Ayala

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