Radfahrende auf der Brücke Entenwerder in Hamburg, im Hintergrund der Elbpark auf der Halbinsel Entenwerder (Foto: Marcus Bredt)

Brücke Entenwerder: neue Fuß- und Radwegverbindung über die Norderelbe in Hamburg

Mit der Brücke Entenwerder hat Hamburg eine neue Wegeverbindung für den Fuß- und Radverkehr am östlichen Stadteingang bekommen. Der Entwurf stammt aus einer Arbeitsgemeinschaft der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) und der Ingenieure schlaich bergermann partner (sbp). Das Bauwerk verbindet das Quartier Elbbrücken direkt mit der Halbinsel Entenwerder. Anfang September 2026 wurde es für den Verkehr freigegeben.

Den Wettbewerb entschieden gmp und sbp 2020 mit dem ersten Preis für sich. Den Entwurf verantwortet Volkwin Marg mit Stephanie Joebsch, die Projektleitung lag bei Andreas Weihnacht. Bauherrschaft ist die Billebogen Entwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG, die Tragwerksplanung übernahm sbp in Stuttgart.

Luftbild der Brücke Entenwerder zwischen Quartier Elbbrücken und Halbinsel Entenwerder mit den Hamburger Elbbrücken
Luftbild der Brücke Entenwerder zwischen dem Quartier Elbbrücken und der Halbinsel Entenwerder, links die denkmalgeschützten Hamburger Elbbrücken (Foto: Marcus Bredt)

Es ist die 520. Fuß- und Radwegbrücke im Bestand der Hansestadt, die mit fast 2500 Brücken als brückenreichste Stadt Europas gilt. Entlang der Norderelbe schließt der Neubau eine jahrzehntelange Lücke: Erstmals seit 1943 führt wieder ein Fußweg von Rothenburgsort-Süd zur U-Bahn. Im Verlauf des überregionalen Elberadwegs entsteht zudem eine durchgängige Radstrecke von der Innenstadt bis in die Vier- und Marschlande.

Stahlhohlkasten auf Y-Stützen: die Konstruktion der Brücke Entenwerder

Der Überbau besteht aus einem Stahlhohlkastenträger auf zwei schlanken Y-Stützen. Bei 135 Metern Gesamtlänge liegen zwischen den Y-Pfeilern 75 Meter stützenfreie Weite. Das ist laut gmp die größte Stützweite dieser Bauwerkskategorie im Hamburger Stadtgebiet; die Brücke rangiert zugleich als viertlängste Fuß- und Radwegbrücke der Stadt. Die Spannweite hält die Fahrrinne zwischen Elbe und Oberhafenkanal frei, die Schiffbarkeit bleibt uneingeschränkt.

Stahlhohlkastenträger der Brücke Entenwerder auf einer schlanken Y-förmigen Stütze im Wasser
Der Stahlhohlkastenträger der Brücke Entenwerder ruht auf zwei schlanken Y-Stützen (Foto: Marcus Bredt)
Senkrechte Aufsicht auf die Fahrbahn der Brücke Entenwerder mit Schattenwurf des Geländers
Aufsicht auf die Brücke Entenwerder mit getrenntem Geh- und Radweg (Foto: Marcus Bredt)

Die mittleren Segmente wiegen bis zu 130 Tonnen. Sie wurden auf der Peute vormontiert und über den Wasserweg elbaufwärts an den Einbauort gebracht. Ein Schwimmkran setzte die Bauteile in mehreren Schritten und unter Ausnutzung der Tide passgenau auf die Widerlager. In direkter Nachbarschaft zu den denkmalgeschützten Hamburger Elbbrücken bleibt die Silhouette des Neubaus zurückhaltend.

„Mit ihrer klaren Gestaltung und der reduzierten Konstruktion erfüllt die Brücke Entenwerder sowohl die städtebaulichen als auch die funktionalen Anforderungen an diesem Standort. Ihr geschwungener Verlauf stellt eine selbstverständliche Verbindung zur bestehenden Wegeführung der beiden Stadtteile her.“

Andreas Weihnacht, Projektleiter bei gmp

Rampe der Brücke Entenwerder mit Fußgänger und Radfahrer vor der Stahlbogenkonstruktion der Hamburger Elbbrücken
Rampe der Brücke Entenwerder mit Blick auf die Stahlbogenkonstruktion der Hamburger Elbbrücken (Foto: Marcus Bredt)
Widerlager der Brücke Entenwerder am Ufer, dahinter ein Hochhausrohbau am Quartier Elbbrücken
Widerlager der Brücke Entenwerder auf der Seite des Quartiers Elbbrücken (Foto: Marcus Bredt)

Die Landschaftsplanung gehört zum Gesamtkonzept. An den Elbbrücken entsteht der „Park Zweibrücken“ mit siebzig neu gepflanzten Bäumen. Auf der Halbinsel Entenwerder werden die temporären Bauflächen im Elbpark renaturiert, die Böschungen passen sich der neuen Wegeführung an. Den dortigen Wegabschnitt zwischen Brücke und Alexandrastieg verbreitert die Stadt von 3 auf 4 Meter. Der Charakter des Parks mit seinen Grün- und Freiflächen bleibt erhalten.

Projektdaten: Fuß- und Radwegbrücke Entenwerder, Hamburg

Projekt

  • Standort: Hamburg, Norderelbe – zwischen dem Quartier Elbbrücken und der Halbinsel Entenwerder (Rothenburgsort)
  • Nutzung: Fuß- und Radwegbrücke, Teil des Elberadwegs
  • Gesamtlänge: 135 Meter
  • Größte Stützweite: 75 Meter zwischen den beiden Y-Pfeilern
  • Segmentgewicht beim Einhub: bis zu 130 Tonnen
  • Einordnung: 520. Fuß- und Radwegbrücke im Hamburger Bestand, viertlängste Fuß- und Radwegbrücke der Stadt, größte Stützweite dieser Bauwerkskategorie im Stadtgebiet
  • Wettbewerb: 2020, 1. Preis
  • Freigabe: Anfang September 2026

Projektbeteiligte

  • Bauherrschaft: Billebogen Entwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG (BBEG)
  • Architektur: von Gerkan, Marg und Partner (gmp), Hamburg – Arbeitsgemeinschaft mit schlaich bergermann partner
  • Entwurf: Volkwin Marg mit Stephanie Joebsch
  • Projektleitung: Andreas Weihnacht
  • Mitarbeit Wettbewerb: Elena Cubillo Serna, Jan Jungclaus, Jessica Last, Christoph Pyka
  • Mitarbeit Ausführung: Torsten Hinz, Christian Kleiner, Karsten Schillings, Andreas Schulz, Jan Stolte, Som Phone Sysavanh, Urs Wedekind
  • Tragwerksplanung: schlaich bergermann partner (sbp), Stuttgart
  • Fotografie: Marcus Bredt

Angewendete Bautechnik

  • Überbau als Stahlhohlkastenträger auf zwei schlanken Y-Stützen
  • Stützweite von 75 Metern hält die Fahrrinne zwischen Elbe und Oberhafenkanal frei
  • Vormontage der Segmente auf der Peute, Transport elbaufwärts über den Wasserweg
  • Einhub der bis zu 130 Tonnen schweren Mittelsegmente per Schwimmkran unter Ausnutzung der Tide

Freiraum

  • „Park Zweibrücken“ an den Elbbrücken mit siebzig neu angepflanzten Bäumen
  • Renaturierung der temporären Bauflächen im Elbpark auf Entenwerder
  • Verbreiterung des Wegabschnitts zwischen Brücke und Alexandrastieg von 3 auf 4 Meter
Zwei Radfahrende auf der geschwungenen Fuß- und Radwegbrücke Entenwerder über der Norderelbe
Radfahrende auf der Brücke Entenwerder in Hamburg, im Hintergrund der Elbpark auf der Halbinsel Entenwerder (Foto: Marcus Bredt)
Interessantes Thema? Teilen Sie diesen Beitrag mit Freunden und Kollegen:

Privacy Preference Center