Haus der Zukunft: Das Futurium in Berlin-Mitte von Richter Musikowski Architekten

Eingebettet zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, Spreebogen und Humboldthafen, Hauptbahnhof und dem Gelände der Charité strahlt der 2017 fertig gestellte Neubau des Futurium von Richter Musikowski Architekten. Das Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude in Berlin-Mitte soll im September 2019 eröffnet werden. (Foto: TRILUX)

Zwei große Vorplätze gliedern den Freiraum (Entwurf und Realisierung: JUCA Landschaftsarchitektur) rund um das Futurium. An den Vorplätzen befinden sich die Haupteingänge, die von bis zu 18 m auskragenden Vordächern überspannt werden. Entlang der Passage zur Charité befindet sich zwischen Baumreihen die Terrasse des Veranstaltungsbereiches.

Ansicht des Futuriums vom Spreeufer aus (Foto: Schnepp Renou)
Ansicht des Futuriums vom Spreeufer aus (Foto: Schnepp Renou)

Glas-Metall-Fassade aus 8.000 Kassettenelementen

Die Fassade des Futuriums besteht aus über 8.000 Kassettenelementen aus unterschiedlich gefalteten Metall-Reflektoren und keramisch bedrucktem Gussglas. Zwei große Glasflächen bieten spektakuläre Ausblicke auf Charité, Stadtbahn, Spreebogen und öffnen die Ausstellungsflächen zum umgebenden Stadtraum.

Das Video zeigt den Entstehungsprozess des Futuriums in den Jahren 2015 bis 2017

Zukunftsmuseum, Zukunftslabor und Zukunftsbühne

Das Futurium ist ein Gemeinschaftsprojekt, zu dessen Gründungsgesellschaftern des Futuriums zählen neben dem Bundesministerium für Bildung und Forschung diverse Wissenschaftsorganisationen, Konzerne und Stiftungen. Unter einem Dach soll es „ein Zukunftsmuseum mit lebendigen Szenarien, ein Zukunftslabor zum Ausprobieren, ein Zukunftsforum für den gemeinschaftlichen Dialog und eine Zukunftsbühne für künstlerische Projekte“ beherbergen.

Futurium: Das Foyer (Foto: Schnepp Renou)
Futurium: Das Foyer (Foto: Schnepp Renou)

Foyer und Veranstaltungsforum im Erdgeschoss

Im Ergeschoss befinden sich das großzügige Foyer sowie alle wichtigen Funktionen des Ausstellungs- und Veranstaltungsbetriebes wie Garderobe, Toiletten, zentrale Information, Gastronomieangebot und Shop. Darüber hinaus liegen im EG die Veranstaltungsflächen des Hauses. Hier können je nach Bedarf separate, helle (Tageslicht!) Flächen von 50 bis zu 670 m² bespielt werden.

Als durchgängiges Gestaltungselement überspannt ein hinterleuchtetes Metallraster alle Bereiche im Erdgeschoss – also sowohl das Foyer als auch die Konferenzräume. Ein Gitter aus gefalteten, fein perforierten Lamellen liegt vor versetzt angeordneten LED-Linienleuchten.

Im Foyer fungiert eine Lichtdecke gleichzeitig als Flächenbeleuchtung sowie als riesiger Mediascreen (Foto: TRILUX)
Im Foyer fungiert eine Lichtdecke gleichzeitig als Flächenbeleuchtung sowie als riesiger Mediascreen (Foto: TRILUX)

Formal erinnert diese Konfiguration an ein Entblendungsraster vor freistrahlenden Leuchtstofflampen. Doch dies hier ist keine Reminiszenz an Architekturideen aus den 1960er Jahren, sondern die gesamte Decke fungiert als riesiger Screen, der mit dynamischen Lichtmustern bespielt werden kann.

Das Futurium Lab: 600 m² „Labor“ im Untergeschoss

Die Ausstellungsfläche im Untergeschoss inszeniert sich als ein unterirdisches Labor mit einer Gesamtfläche von 600 m², in dem die Besucher ab Ende 2019 das Thema „Zukunftsforschung“ erleben sollen. Dunkel eingefärbter Sichtbeton, schwarzer Gussasphaltboden und ein Deckenraster aus 126 Leuchtschirmen verleihen diesem 6 m hohen Raum unterhalb des Spreepegels eine ganz besondere Atmosphäre.

Die Ausstellungsflächen des Futurium Lab im Untergeschoss (Foto: Schnepp Renou)
Die Ausstellungsflächen des Futurium Lab im Untergeschoss (Foto: Schnepp Renou)

„Denkräume“ als Ausstellungsbereiche im Obergeschoss

Über die zentrale Treppe oder über den Besucheraufzug gelangt die Besucher in den Ausstellungsbereich im Obergeschoss. Er ist als eine zusammenhängende Fläche mit einer Größe von rund 3000 m² konzipiert. Die Ausstellung wird in drei große Denkräume gegliedert sein, die sich mit drei zentralen Zukunftsdimensionen beschäftigen: „Unserem künftigen Verhältnis zur Technik, zur Natur und zu uns selbst.“

Die Erschliessung, Ausstellungsflächen und Galerien im Obergeschoss des Futuriums (Foto: TRILUX)
Die Erschliessung, Ausstellungsflächen und Galerien im Obergeschoss des Futuriums (Foto: TRILUX)

LED-Leuchten übernehmen auch die Grundbeleuchtung der Ausstellungsbereiche im Obergeschoss. Dazu wurden in gleichmäßigem Abstand Tragschienen über die Deckenfläche verteilt. Damit steht in den teilweise sehr hohen Räumen für die unterschiedlichsten Ausstellungslayouts und Exponate eine effiziente und blendfreie Allgemeinbeleuchtung sowie ein flexibles Lichtsystem bereit.

Die Ausstellungsflächen und Galerien im Obergeschoss des Futuriums (Foto: Schnepp Renou)
Die Ausstellungsflächen und Galerien im Obergeschoss des Futuriums (Foto: Schnepp Renou)
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