Baustellenführung im Neuen Bauhaus-Museum mit Architektin Heike Hanada (Foto: Stephan Falk)

Baustellenführung im Neuen Bauhaus-Museum mit Architektin Heike Hanada (Foto: Stephan Falk)

Jahrestagung mit Baustellenbesuch: Mitglieder des „Arbeitskreis Baufachpresse“ besichtigen den Neubau des Bauhaus-Museums in Weimar

Ende September 2018 fand in Weimar die Jahrestagung des „Arbeitskreis Baufachpresse“ statt. Ein architektonischer Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung war der Baustellenbesuch in der Weimarer Innenstadt: Hier entsteht der Neubau des bauhaus museum weimar.

500 Architekturbüros beteiligten sich am Wettbewerb für den Museumsneubau

Im internationalen Architekturwettbewerb für das neue Bauhaus-Museum in Weimar hatte sich Professorin Heike Hanada (laboratory for art and architecture, Berlin) unter mehr als 500 Wettbewerbsteilnehmern mit ihrem Entwurf durchsetzen können.

Das Zeitraffer-Video der „Klassik Stiftung Weimar“ zeigt den Bauablauf auf der Museumsbaustelle bis Ende 2017:

Den rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Arbeitskreises Baufachpresse (ak baufachpresse) erläuterte die Planerin Heike Hanada in Weimar die architektonischen Besonderheiten des Neubaus. Er solle bewusst einen Kontrapunkt setzen zu den umliegenden Gebäuden, so die Architektin, und ein Prinzip der Offenheit symbolisieren.

Erdgeschoss und Untergeschoss werden für die Öffentlichkeit frei zugänglich sein

Die geometrisch klare Architektur sehe fünf Ebenen vor, wobei das Unter- und Erdgeschoss allen Besuchern frei zugänglich sei. In den drei Obergeschossen werde eine Werkstatt, die umfangreiche Sammlung sowie wechselnde Ausstellungen untergebracht, erläuterte Hanada. Eröffnet wird das Bauhaus Museum am 06. April 2019, pünktlich zum 100. Gründungsjubiläum des Bauhauses.

Betonfertigteile im Sockelbereich des Neubaus, links die teilweise durch Sturmschäden beschädigte Wärmedämmung (Foto: Eric Sturm)
Betonfertigteile im Sockelbereich des Neubaus, links die teilweise durch Sturmschäden beschädigte Wärmedämmung (Foto: Eric Sturm)

3.500 m² Museumsfassade aus Betonfertigteilen

Dr. Jürgen Oecknick (PSA Zürich) erläuterte im Rahmen der Baustellenführung Ende September 2018 die Herausforderungen, die dieser besondere Bau für Konstruktion, Fertigung und Montage mit sich brachte.

Verbaut wurden 400 Stahlbetonfertigteile für insgesamt 3.500 Quadratmeter Fläche, wobei hohe Anforderungen an die Qualität des Betons gestellt wurden: Dauerbeständigkeit, einheitliche Optik, Kantenstabilität und Farbkonstanz sowie eine exakte Reproduktion der vereinbarten weiß-grauen Oberfläche. Um diese zu erfüllen, kam ein Weißzement von CRH aus dem Hause Rohoznik zum Einsatz.

Fassadendetail des Neuen Bauhaus-Museums in Weimar (Betonfertigteile, Foto: Kay Rosansky)
Fassadendetail des Neuen Bauhaus-Museums in Weimar (Betonfertigteile, Foto: Kay Rosansky)

Von der Umsetzung konnten sich die Fachjournalisten direkt an der Baustelle in drei thematisch unterschiedlichen Führungen überzeugen. Zum Thema Architektur und Ausstellungsdesign führte Architektin Hanada selbst durch das Gebäude, die Besonderheiten der Fassade und konstruktive Baustoffe sowie Details zur Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) – speziell zur Lüftung – erläuterten Experten des Architekturbüros.

Betonfassade oder Beton hinter Glasfassade?

Kontrovers diskutiert wird in Weimar derzeit, ob die Betonfassade noch mit einer Glasfassade versehen wird, der dem „Bau eine leichtere, edlere und durchscheinende Anmutung“ verleihen sollte. Fest stehe bisher nur, dass es zur Eröffnung des Museums auf keinen Fall eine Glasfassade geben werde, machte auch Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine gegenüber dem Arbeitskreis Baufachpresse deutlich.

In einem weiteren Video der Klassik Stiftung Weimar spricht Heike Hanada über die beiden Fassadenvarianten und ihren Vorschlag einer beleuchteten Betonfassade für das Museum:

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08.10.2018

Veröffentlicht von Eric Sturm. Haben Sie auch eine interessante Meldung für architekturmeldungen.de? Kontaktieren Sie mich über das Kontaktformular, per E-Mail, via Facebook, Twitter, Google+ oder XING!

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