Planungen für Fernbahntunnel und neuen Tiefbahnhof in Frankfurt am Main starten

Die Mainmetropole soll in gut zehn Jahren, also ca. 2032, einen neuen Eisenbahntunnel bekommen: Durch diesen Fernbahntunnel fahren zukünftig viele Fernzüge den Frankfurter Hauptbahnhof 35 Meter unter der Erde an und halten an der neuen Station „Frankfurt Hauptbahnhof (tief)“.

Eine im Jahr 2019 vom Bund beauftragte und im Juni 2021 vorgestellte Machbarkeitsstudie der Deutschen Bahn AG zeigt, dass sowohl der Fernbahntunnel als auch der Tiefbahnhof technisch realisierbar sind. Zwei unterirdische Gleise und vier Bahnsteige sollen nach zehn Jahren Bauzeit Platz für attraktive Zugverbindungen schaffen. Als Durchgangsverbindung sorgt der Tunnel für eine Entlastung der momentan stark befahrenen überirdischen Gleise.

Nach den Plänen der Deutschen Bahn sind die Fahrgäste im Verkehrsknoten Frankfurt dadurch schneller unterwegs, Verspätungen sollen deutlich verringert werden. Gleichzeitig wird die Kapazität des Frankfurter Hauptbahnhofs erhöht, es können deutlich mehr Züge den Hauptbahnhof ansteuern. Von der erweiterten Schieneninfrastruktur am wichtigen Knotenpunkt Frankfurt Hbf soll auch der Nahverkehr der Rhein-Main-Region profitieren. Das Video der DB stellt das geplante Großprojekt vor:

Nachdem eine Studie die Machbarkeit des Tunnels bestätigte, startet die Deutsche Bahn (DB) im Sommer 2021 mit der konkreten Planung. Die Bauzeit im Anschluss beträgt etwa zehn Jahre. Der vorgegebene Kostenrahmen von rund 3,6 Milliarden Euro ist „Stand heute realisierbar“.

Machbarkeitsstudie für Fernbahntunnel untersuchte auch eine mögliche Streckenführung unter den Hochhäusern der Frankfurter Innenstadt

Für den möglichen Verlauf des Fernbahntunnels hat die DB in der Studie einen nördlichen, mittleren und südlichen Korridor zwischen dem Hauptbahnhof und dem Frankfurter Osten untersucht. Der mittlere Korridor verläuft unter den Hochhäusern. Deren bis zu 50 Meter tiefe Fundamente lassen einen Tunnel technisch nur schwer zu. Auch der nördliche Korridor stößt auf zahlreiche bauliche Hindernisse.

Als beste Variante ging der Südkorridor aus der Untersuchung hervor. Er führt unter der Erde an den Frankfurter Hochhäusern vorbei zum Hauptbahnhof. Ein weiterer Vorteil der Variante: der künftige Tunnel lässt sich gleich doppelt an bestehende Bahnstrecken anbinden. Die Züge können dann die nord- und südmainische Strecke nutzen. Diese Verknüpfung schafft optimale Kapazität für alle Züge in Richtung Hanau. In westlicher Richtung wird der Tunnel an die neue, dritte Niederräder Brücke angebunden.

Die Machbarkeitsstudie für den neuen Fernbahntunnel untersuchte auch eine Streckenführung unter den Hochhäusern der Frankfurter Innenstadt (Grafik: DB AG)
Die Machbarkeitsstudie für den neuen Fernbahntunnel untersuchte auch eine Streckenführung unter den Hochhäusern der Frankfurter Innenstadt (Grafik: DB AG)

In der Machbarkeitsstudie hat die DB auch verschiedene Möglichkeiten für den Bau und die Gestaltung der neuen unterirdischen Station untersucht. Sie entsteht unter dem südlichen Teil des Hauptbahnhofs.

Die nächsten Schritte: Start der Tunnelplanung, Anbindung an bestehende Strecken – und eine Bürgerbeteiligung

Die Deutsche Bahn ermittelt jetzt in der Planung, wo genau der neue Fernbahntunnel am besten verläuft, wie und wo er konkret mit bestehenden Bahnstrecken verbunden wird und an welcher Stelle der künftige Tiefbahnhof seinen besten Platz hat.

Bei diesem Prozess will die DB „transparent vorgehen und alle Interessierten in die Planungen einbeziehen. Die erste Informationsveranstaltung findet heute, am 28.06.2021 um 17 Uhr statt. Weitere Events sollen folgen. Weitere Informationen finden Interessierte auf fernbahntunnel-frankfurt.de

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