Berlin-Hohenschönhausen ist ein Stadtteil im Nordosten Berlins, der sich aus den Ortsteilen Alt-Hohenschönhausen und Neu-Hohenschönhausen zusammensetzt. Der Name leitet sich vom slawischen Wort "schön" (klar, hell) und dem sächsischen "Hus" (Haus) ab, wobei der Zusatz "Hohen-" zur Abgrenzung vom tiefer gelegenen Niederschönhausen dient.

Historische Entwicklung

Die ältesten Siedlungsspuren in Hohenschönhausen stammen aus der Bronzezeit. Das Gebiet wurde im 13. Jahrhundert im Zuge der deutschen Ostexpansion als typisches Straßendorf angelegt. Die erste sichere schriftliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1352. Die Taborkirche, erbaut um 1230, ist das älteste noch existierende Gebäude des Ortsteils und zeugt von der langen Geschichte der Siedlung.

Im 15. Jahrhundert entstand ein Rittergut, das ab 1480 der Familie von Röbel gehörte. Das Schloss Hohenschönhausen, das spätestens seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als massiver Steinbau existiert, war ihr Herrschaftssitz. Nach wechselnden Besitzern wurde Hohenschönhausen 1920 nach Berlin eingemeindet und dem Bezirk Weißensee zugeordnet.

Vom Dorf zur Großsiedlung

Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war Hohenschönhausen stark landwirtschaftlich geprägt. Mit der Industrialisierung siedelten sich erste Fabriken an, darunter die Löwenbrauerei und die Maschinenfabrik Richard Heike. Ab den 1970er Jahren begann die DDR mit dem Bau großer Plattenbausiedlungen. Die ersten Plattenbauten entstanden zwischen 1972 und 1975, gefolgt von weiteren Wohnkomplexen in den 1980er Jahren.

Am 9. Februar 1984 erfolgte die Grundsteinlegung für das Neubaugebiet Hohenschönhausen-Nord durch Erich Honecker. Dieses Gebiet bildet heute den Ortsteil Neu-Hohenschönhausen. 1985 wurde Hohenschönhausen ein eigenständiger Stadtbezirk, der bis zur Bezirksreform 2001 bestand. Danach wurde das Gebiet in die Ortsteile Alt-Hohenschönhausen und Neu-Hohenschönhausen unterteilt und dem Bezirk Lichtenberg zugeordnet.

Besondere Merkmale und Einrichtungen

Hohenschönhausen ist bekannt für das Sportforum Hohenschönhausen, Europas größtes Sport- und Trainingszentrum mit einer Fläche von 55 Hektar. Es beherbergt 30 Sportvereine, den größten deutschen Olympiastützpunkt und zwölf Sport-Bundesstützpunkte. Hier trainieren zahlreiche Spitzensportler:innen, besonders in den Disziplinen Eishockey, Eisschnelllauf und Leichtathletik.

Ein weiterer bedeutender Ort ist die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, die sich in der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit befindet. Von 1951 bis 1989 wurden hier politische Gefangene inhaftiert und verhört. Heute dient die Gedenkstätte der Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Heute ist Hohenschönhausen ein lebendiger Stadtteil mit einer Mischung aus historischer Bausubstanz und Plattenbauten. Alt-Hohenschönhausen zählt 53.086 Einwohner:innen, während in Neu-Hohenschönhausen 59.200 Menschen leben (Stand: 31. Dezember 2024). Die gute Verkehrsanbindung durch S-Bahn, Straßenbahn und Bus sowie zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten wie das Linden-Center prägen das moderne Stadtbild.

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