Studentenwohnheim "HWO Science City" (Foto: ETH Zürich / Alessandro Della Bella)

Holzbau-Fassaden in der „Science City“ der ETH Zürich

Auf dem Campus Hönggerberg der ETH Zürich konnten im September 2016 ca. 900 Studierende in zwei neue Studentenwohnheime einziehen. An einem der beiden, dem „HWO Science City“ mit seinen prägnanten Holzbau-Fassaden­elementen, wirkte Rubner Holzbau mit.

Bezahlbaren Wohnraum gibt es in Zürich kaum, was vor allem die Studierenden vor große Probleme stellt. Die ETH Zürich hat sich deshalb dazu entschlossen, am Standort Hönggerberg neuen Wohnraum für Studierende zu schaffen und beauftragte gleich zwei Bauherren mit dem Neubau der HWW und HWO im Südwesten des Campus.

Einer von ihnen ist die Immobiliensparte des größten Lebensversicherungs-konzerns der Schweiz, der Swiss Life AG. Sie gab dem Büro architektick aus Zürich mit dessen Entwurf „TWIST“ mit drei optisch ineinandergreifenden Gebäuden den Zuschlag. In diesem Verfahren sicherte sich Rubner Holzbau die Ausführung der Fassaden für die Baukörper mit sechs bis sieben Geschossen.

Wegen der verspielten Rundungen zum Innenhof wurde die Hälfte der insgesamt 410 verbauten Fassaden-Elemente in verschiedenen Radien gekrümmt. Insgesamt kamen rund 7.800 m² Elemente aus Holz mit 750 Fensteröffnungen (2250 m2 Verglasung) zum Einsatz. Sehr genaue statische Berechnungen stellten die Holzbauspezialisten für komplette Gebäudehüllen für die später vorgehängte keramische Fassade an. Diese erforderte mit 90 kg/m2 Gewicht und angesichts der hohen Windlasten auf dem Hönggerberg die zusätzliche Integration von Konsolen und Winkeln aus Stahl, die allein 18,5 Tonnen wiegen.

Die drei Neubauten entgegnen nicht nur der Wohnungsnot der ETH-Studenten, sondern sie bieten auch ein energiesparendes und komfortables Zuhause: Der Minergie-P® ECO-Standard entspricht dem Passivhausstandard (30 kWh/m2a) in Deutschland, jedoch bedeutet er auch mehr Lebensqualität: Natürliches Licht, geringe Belastungen durch Lärm und Schadstoffe sowie ökologische Vorzüge hinsichtlich der Baumaterialien werden dabei als Kriterien angelegt. Die Fassade mit über 460 Kubikmetern Brettschichtholz und Konstruktionsvollholz sowie einer Dämmstärke von 28 cm trägt zur ökologischen Wertigkeit des Ensembles bei.

Innerhalb von nur sechs vier Monaten schloss Rubner Holzbau die Gebäudehülle der Stahlbeton- Skelett-Konstruktion mit den zum Teil gewölbten Holzbau-Fassadenelementen. Diese wurden montagefertig und mit bereits werkseitig eingebauten Fenstertüren aus dem Werk Ober-Grafendorf in Österreich geliefert. Die Elemente sind bis zu 12 Meter lang und annähernd bis zu drei Tonnen schwer. Auf der Konstruktion wurde gemäß den planerischen Vorgaben zusätzlich eine Verkleidung aus stranggepresster Keramik angebracht.

Interessantes Thema? Teilen Sie diesen Beitrag mit Freunden und Kollegen:

Das interessiert Sie vielleicht auch:

Zur Übersicht »

Dieser Beitrag wurde abgelegt unter: , , , ,

14.10.2016

Veröffentlicht von Dipl.-Ing. Eric Sturm. Haben Sie auch eine interessante Meldung für architekturmeldungen.de? Kontaktieren Sie mich über das Kontaktformular, per E-Mail, via Facebook, Twitter, Google+ oder XING!