Architektinnen im Mannheimer Architekturbüro von Ingeborg Kuhler (Foto: Büro Ingeborg Kuhler)

Architektinnen im Mannheimer Architekturbüro von Ingeborg Kuhler (Foto: Büro Ingeborg Kuhler)

Ausstellung „FRAU ARCHITEKT“ im DAM: Frauen im Architekturberuf

Die Ausstellung FRAU ARCHITEKT im Deutschen Architekturmuseum (30.09.2017–08.03.2018) erzählt die Architekturgeschichte aus der Perspektive von Frauen, die seit über hundert Jahren die Architektur prägen und dabei immer mehr aus dem männlichen Schatten treten. (Foto: Büro Ingeborg Kuhler)

Nur die wenigsten schaffen den Sprung in die erste Reihe

Inzwischen sind weit mehr als die Hälfte aller Studierenden an den Architekturfakultäten Frauen. Allerdings kommen längst nicht alle auch wirklich im Beruf an – die „missing group“ beträgt weit mehr als 20%.

Heute erreichen zwar mehr Frauen als früher leitende Positionen als Partnerinnen in Architekturbüros, als Stadtbaurätinnen, als Hochschullehrerinnen, als Präsidentinnen von Architektenkammern, an dem Geschlechter-Missverhältnis in der Architektur ändern solche Karrieren nur wenig. Nur die wenigsten schaffen den Sprung in die erste Reihe – bei der Gründung von Büros oder der Besetzung einflussreicher Stellen ist Architektur noch immer Männersache.

Von der ersten Frau als Bürogründerin bis in die Nachwendezeit

Das Deutsche Architekturmuseum erzählt in 22 Porträts, Werkbeispielen und ganz persönlichen Geschichten von Frauen in Deutschland, die die Architektur maßgeblich beeinflusst haben oder bis in die heutige Zeit prägen. Die Ausstellung beginnt bei Emilie Winkelmann, die 1907 das erste Architekturbüro in Deutschland gegründet hat und spannt den Bogen bis zur Wiedervereinigung und stellt das Bauen der Nachwendezeit, in Berlin und den neuen Bundesländern in den Mittelpunkt.

Einige der Architektinnen sind selbst der Fachwelt kaum oder gar nicht bekannt, ganz zu schweigen von der breiten Öffentlichkeit. Der Blick zurück – analog zur wechselvollen deutschen Geschichte des durchlaufenen Jahrhunderts wie auch der Frauenbewegung und der Gegenreaktionen – ist daher gleichzeitig Instrument, nicht nur die Gegenwart in den Fokus zu nehmen, sondern auch ein Szenario für die künftige Ausgestaltung des Rollenbildes zu entwerfen.

In acht filmischen Kurzporträts werden Architektinnen vorgestellt, Zeitzeuginnen seit den 1930er Jahren. Sie alle gehen auf Fragestellungen ein, die Frauen in der Architektur bis heute bewegen. Geboren zwischen 1930 und 1995 berichten diese Architektinnen über ihre Erfahrungen in der Nachkriegszeit, der DDR, der BRD, nach der Wiedervereinigung und in der Gegenwart – ein breites Spektrum ganz unterschiedlicher beruflicher Schwerpunkte und Jahrzehnte geballter Berufs- und Lebenserfahrung im männerdominierten Architekturberuf.

Begleitende Filmreihen, Werkberichte ausgewählter Architektinnen, Erzählcafés mit Architektinnen der ersten Stunde, Podiumsgespräche, Werkstattreihen und eine Pecha Kucha-Night ergänzen die Ausstellung.

Austellungsort und -zeitraum

Deutsches Architekturmuseum Frankfurt a.M., Schaumainkai 43
30. September 2017 – 8. März 2018
Eröffnung: Fr, 29. September 2017, 19 Uhr

Das detaillierte Rahmenprogramm wird ca. Mitte September 2017 auf dam.de veröffentlicht.

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23.09.2017

Veröffentlicht von Dipl.-Ing. Eric Sturm. Haben Sie auch eine interessante Meldung für architekturmeldungen.de? Kontaktieren Sie mich über das Kontaktformular, per E-Mail, via Facebook, Twitter, Google+ oder XING!

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