Ziegel-Holz-Hybrid-Bauweise mit holzfasergefüllten „Unipor Silvacor“-Mauerziegeln

Naturdämmstoffe haben gesicherte Eigenschaften, die Konstruktionen verlässlich berechenbar machen. Und: NawaRo-Dämmstoffe können fast allen Anwendungsgebieten eingesetzt werden können, wie ein Team von Forscher:innen herausfand, das unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung (Braunschweig) das Verhalten verschiedener Naturmaterialien in sechs relevanten Disziplinen wie etwa Brand- und Schallschutz prüfte.

NawaRo-Dämmstoffe „kalkulierbar dauerhaft und sicher“

In dem Projekt (Laufzeit 2016 bis 2020) unter dem Titel „Mehr als nur Dämmung – Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen“ kamen die Forschenden zu dem Ergebnis, dass „mit natürlichen Materialien kann kalkulierbar dauerhaft und sicher gebaut werden“ kann. Normen und baurechtliche Vorschriften könnten nun angepasst werden und der Weg werde frei für mehr NawaRo-Dämmstoffe im Bau.

Füllung aus nachwachsenden Holzfasern: Ziegel-Holz-Hybrid von Leipfinger-Bader

Für nachhaltiges und sicheres Bauen hat der bayerische Ziegel-Hersteller den holzfasergefüllten Mauerziegel „Unipor Silvacor“ im Angebot, ein Ziegel-Holz-Hybrid mit einer Füllung aus nachwachsenden Holzfasern. Der bauaufsichtlich zugelassene Baustoff bietet laut Hersteller „eine gelungene Balance aus klassischem Massivbaustoff und nachhaltigem Füllmaterial“.

Gebäude aus "Unipor Silvacor"-Mauerziegeln (Foto: Leipfinger-Bader / heinz pflüger partner architekten)
Gebäude aus „Unipor Silvacor“-Mauerziegeln (Foto: Leipfinger-Bader / heinz pflüger partner architekten)

Nadelholzfasern in den Hohlkammern der massiven Ziegelhülle

Der Dämmstoff aus nachwachsenden Nadelholzfasern ist direkt in die Hohlkammern des „Unipor Silvacor“ integriert. Auf diese Weise spielen beide Bestandteile ihre Stärken dort aus, wo es sinnvoll erscheint: Die massive Ziegelhülle gewährleistet eine volle Tragfähigkeit und umhüllt den Dämmstoff so, dass keine Nachteile beim Brandschutz entstehen – ein Sicherheitsaspekt, der bei der NaWaRo-Studie ein große Rolle spielte und hier durch die Struktur des Baustoffs optimal gelöst wird.

„Nachwachsende Rohstoffe spielen im Hochbau eine immer größere Rolle. Deshalb haben wir bereits früh die Weichen gestellt und ein rundum ökologisches Bauprodukt im Sortiment, das die nachwachsende Ressource Holz nicht nur sicher, sondern auch in ausgewogenem Maße zum Einsatz bringt.“

Thomas Bader, Ziegelwerke Leipfinger-Bader (Vatersdorf)

Neben den Vorteilen beim Brandschutz offenbart der Dämmstoff seine materialspezifischen Vorteile beim Wärme- und Feuchteschutz: Zum einen sorgt er für ein hohes Maß an Energieeffizienz und ermöglicht damit sogar den Bau von Niedrigenergiehäusern, die den KfW-Förderstandards 40 und 40 Plus entsprechen. Zum anderen hilft das FSC-zertifizierte Nadelholz dabei, den Feuchtigkeitsgehalt der Luft zu regulieren – und leistet somit einen wichtigen Beitrag für gesundes Raumklima.

"Unipor Silvacor"-Mauerziegel (Foto: Leipfinger-Bader)
„Unipor Silvacor“-Mauerziegel (Foto: Leipfinger-Bader)

„Ressourcenschonender Einsatz in nachhaltigen Gebäuden“

Aus Sicht des Herstellers unterstützt der „Unipor Silvacor“ die gezielte und schonende Ressourcennutzung. „Was abgeholzt wird, muss auch wieder wachsen. Deshalb ist Holz keine Universallösung für nachhaltiges Bauen“, erklärt Thomas Bader, der als Inhaber der bayerischen Ziegelwerke Leipfinger-Bader gleichzeitig auch stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM, Berlin) ist.

„Werden Gebäude vollständig aus Holz errichtet, stammt dieses meist aus Auslandsimporten – was nicht nur die Preise erhöht, sondern auch die Ökobilanz verschlechtert“, betont Thomas Bader. Der CO2-Fußabdruck des „Unipor Silvacor“ entspreche hingegen dem von ungefüllten Mauerziegeln, wodurch sich der Ziegel-Holz-Hybrid für den ressourcenschonenden Einsatz in nachhaltigen Gebäuden qualifiziere, so Bader.

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