Die Architektur des 19. Jahrhunderts ist vom Historismus geprägt: Klassizismus, Neugotik, Neorenaissance und Neobarock griffen auf Formen früherer Epochen zurück und wurden oft für bestimmte Bauaufgaben gewählt, etwa die Neugotik für Kirchen und Rathäuser. Zugleich veränderten Industrialisierung und neue Baustoffe das Bauen. Gusseisen, Stahl und Glas ermöglichten weit gespannte Bahnhofshallen, Markthallen und Ausstellungsbauten wie den Londoner Kristallpalast von 1851.

Das starke Wachstum der Städte führte zu dichten Mietshausquartieren der Gründerzeit. Mit dem Stahlbau entstand zugleich eine neue Ingenieurbaukunst. Gegen Ende des Jahrhunderts setzte sich mit dem Jugendstil eine Gegenbewegung zum Historismus durch.

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