Abfall im Kontext der Architektur und des Bauwesens bezieht sich auf die Materialien, die während des Bauens, Abbruchs oder der Renovierung von Gebäuden anfallen. Bau- und Abbruchabfälle stellen den größten Teil des Abfallaufkommens dar: Nach Angaben des Umweltbundesamts fielen 2022 in Deutschland knapp 208 Millionen Tonnen mineralische Bauabfälle an, rund 61 Prozent des gesamten Abfallaufkommens. Den größten Anteil daran haben Boden und Steine; ohne diese Fraktion waren es rund 86 Millionen Tonnen. Die Vermeidung und das Recycling dieser Abfälle dienen dazu, Ressourcen zu schonen und die Umweltbelastung zu verringern. Architekt:innen und Bauingenieur:innen beeinflussen das Abfallaufkommen über die Wahl von Materialien und Konstruktionen sowie über Konzepte zur Abfallvermeidung in der Planung.

Ein zentraler Aspekt der Abfallwirtschaft im Bauwesen ist das Konzept des Urban Mining, das Abfälle als Rohstoffe betrachtet. Durch die Rückführung von Materialien in den Wertstoffkreislauf können Sekundärrohstoffe gewonnen werden, die die Abhängigkeit von Primärrohstoffen verringern. Hochwertige Recyclingverfahren sind notwendig, um die Qualität der Materialien zu sichern und die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen zu stärken.

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